Digitales Lernen & Arbeiten

Lesezeit: 5Min. zzgl. Videos und Links.

Viel wird gerade über digitales Lernen und Arbeiten geschrieben. Hier will ich nun ein bisschen Licht in den Begriffsdschungel geben und praktische Tips anbieten um in Zeiten der erhöhten digitalen Kommunikation gut voran zu kommen.

Viel wird gerade darüber gesprochen, wie wir Präsenzseminare digitalisieren können. Hierzu möchte ich nun auf ein paar Begriffe eingehen und sie kurz beschreiben:

Webkonferenz:

Eine Webkonferenz ist das gleiche wie ein Videocall, Videotelefonie oder Bildschirmkonferenz. Sie findet immer synchron statt. Ein Meeting wird also statt in einem Besprechungszimmer virtuell durchgeführt. Dazu sind Konferenzprogramme notwendig, die Systemunabhängig funktionieren. Also sowohl auf Desktopcomputern, als auch auf Mobiltelefonen als auch auf Tablets. Hier gibt es mittlerweile ein große Anzahl an Möglichkeiten. Die bekanntesten sind hier: Zoom.us, Skype, Facetime, etc. Bei einer Videokonferenz sind die wichtigsten Funktionen, dass sich die Teilnehmer sehen und so ein Gruppengefühl entwickeln können. Zudem kann man sich hören und in der Regel chatten. Auch gibt es in manchen Systemen die Möglichkeit Bildschirme zu teilen und man gibt so den Teilnehmern die Möglichkeit gemeinsam ein Worddokument oder eine Powerpointpräsentation anzuschauen. Wichtig ist hierbei, dass eine Webkonferenz etwas anders funktioniert, als eine echte Konferenz, da die Teilnehmer durch das ungewohnte Umfeld und den kleinen Monitor sich sehr konzentrieren müssen. Das heißt es ist von großer Bedeutung, dass eine Web-Konferenz gut vorbereitet ist, eine klare Struktur hat und von einem Moderator begleitet wird, der die Teilnehmer gut durch die Besprechung führt.

Webinar

Ein Webinar ist ein Seminar, das über das Web statt findet. Daher das Wort. Ein Webinar kann viel sein. Das kann ein synchrone oder asynchrone, digitale Lerneinheit sein. In der Regel beschreibt es ein powerpointgestützten Vortrag über ein Videokonferenzsystem.

Seltener betitelt man ein über ein Lernmanagementsystem aufbereitetes Seminar als Webinar, bei dem es darum geht, selbständig Aufgaben zu lösen und selbständig im eigenen Tempo zu lernen. Hierzu werden entsprechende Seiten auf einem Lernmanagamentsystem wie Moodle vorbereitet.

Nach Ostern wird es die Möglichkeit geben über das Kompetenzzentrum Digitales Lernen der Landeskirche in Württemberg (der Link hierzu befindet sich am Ende dieses Beitrags) auf das Lernmanagementsystem der Landeskirche Württemberg zugreifen zu können, um hier entsprechende Angebote abzurufen oder anzubieten.

Jedoch ist der Begriff „Webinar“ urheberrechtlich geschützt.

Darum haben sich einige Verbände und Organisationen der Landeskirche in Württemberg darauf geeinigt, auf die oben genannten digitalen Veranstaltung Begriffe zu verwendenden wie: Online-Kurs, Online-Seminar, Online-Training. Jenachdem für welche Zielgruppe das Angebot ist. Wenn die Veranstaltung explizit synchron durchgeführt wird, wird von einem Live-online-Seminar oder – Kurs gesprochen. Der Vorteil bei diesen Begriffen ist, das sie bedingt schärfer sind, denn das Wort Webinar. Ein Kurs ist meist komplexer aufgebaut und läuft eventuell über einen längeren Zeitraum. Ein Seminar ist meist eine Veranstaltung. Und ein Training kann beides sein.

Live-Online-Trainig

Das Live-Online-Training ist dem Begriff Webiar wie oben beschrieben untergeordnet. Hierbei handelt es sich um den besseren Begriff für ein synchrones Lernen bei dem Teilnehmer gleichzeitig an einer Lernveranstaltung digital teilnehmen. Das passiert über ein Videokonferenzsystem (wie: Zoom.us oder MS-Teams). Zum Beispiel wenn man lediglich eine Powerpoint präsentiert und durch diesen Vortrag hindurchleitet, ohne das man einen Dialog mit den Teilnehmenden wünscht. Ein Live-Online-Training kann aber auch in einem virtuellen Klassenzimmer statt finden. ( wie Adobe Connect, oder BigBlueButton). In einem virtuellen Klassenzimmer gibt es die gleichen Möglichkeiten wie bei einer Videokonferenz, also Chat, Bild und Audiofeedback zwischen allen Teilnehmern. Hier gibt es aber auch die Möglichkeiten ein Whiteboard freizuschalten, bei dem alle Teilnehmer gleichzeitig zum Beispiel Antworten auf eine bestimmte Frage auf das Whiteboard schreiben können. Zudem gibt es zusätzlich die Möglichkeit die Teilnehmer virtuell Gruppenräumen zuzuordnen, so dass in Kleingruppen zusammengearbeitet werden kann. Ein virtuelles Klassenzimmer bietet also ähnliche Möglichkeiten wie ein echtes Klassenzimmer, nur eben virtuell. Die bekannteste Klassenzimmersoftware ist Adobe Connect. Das Kompetenzzentrum Digitales Lernen wird nach Ostern die Klassenzimmersoftware BigBlueButton anbieten.

Web-based-Training (WBT)

Ein Web-based-Trainig ist ebenfalls dem Begriff Webinar wie oben beschrieben zugeordnet. Beschreibt jedoch genauer, das es sich hierbei lediglich um ein selbstgesteuertes Lernen mit Werkzeugen aus dem Web handelt. Wie zum Beispiel einem Lernmanagementsystem. WBT sind in der Regel didaktisch aufbereitet.

Online-Kurs

Ein Kurs, Onlinekurs oder Online-Seminar oder ein online-Training wird meist im gleichen Zusammenhang genannt. Hier ist die Trennschärfe auch nicht so richtig geben. Jedoch ist ein Seminar eher eine Lerneinheit die durchgearbeitet wird und danach abgeschlossen ist. Ein Online-Kurs ist in der Regel ein komplexeres Lerngebildete das mehrer Lerneinheiten meist auch über einen längeren Zeitraum verfolgt. Ein Zertifizierungsprogramm zum Online-Trainer könnte so etwas sein.

Blended-Learning

Bei einem blended-learning-Kurs / -Seminar geht es darum in einem komplexen Lernpfad Präsenz- und Onlinelernphasen miteinander sinnstifentend zu verschmelzen. Der Lernpfad erstreckt sich in der Regel über einen längeren Zeitraum. Präsenz meint in der Regel, dass man sich zu einem Seminar trifft, mittlerweile gibt es aber auch Live-Online-Trainings die als Präsenz betitelt wird. Jedoch sagt hier die Literatur, das es sich hierbei eher um digitales Lernen handelt. Wie auch in den Präsenzseminaren gibt es für die Onlinephasen verschiedenste Methoden, die hier zum Lernen eingesetzt werden können.

Screencast

Manchmal stolpern wir über den Begriff Screencast. Leider hat er mehrere Bedeutungen. In der Bildung jedoch geht es hierbei um Videos, die zeigen wie eine Software funktioniert, oder bei dem ausschließlich ein Whiteboard gezeigt wird. Im Physikunterricht wird das gerne verwendet, um Formeln richtig zu schreiben oder Zusammenhänge per Zeichnungen zu visualisieren. Das besondere hierbei ist also, wir sehen niemals den Moderator selbst, wir hören immer nur seine Erklärungen. Sehen tun wir immer nur entweder den Bildschirmdes Moderatoren, bei dem etwas gezeigt wird wie eine Software, oder eben ein Whiteboard.

Explainity

Früher hießen die Explainity noch Stopmotion oder Legetrickfilme. Bekannt sind sie aus der Sendung mit der Maus. Vor 10 Jahren gab es eine gewaltigen Hype um diese kurzen, animierten Filme, bei denen komplexe Themen schnell und unkompliziert visualisiert werden. Heute ist der Trend etwas abgeflacht, doch die Filme werden immer noch gerne hergenommen.

MOOC

Ein Mooc ist ein Massive Open Online Course. Das sind groß angelegte, kostenfreie, digitale Live-Online-Trainigs, die zum Teil auch später als Videocast abrufbar sind. In der Regel haben sie Hochschulcharakter und werden nicht selten von Universitäten angeboten. Hier ein gute Mooc-Seite aus Österreich: https://erwachsenenbildung.at/ebmooc/

Was mache ich nun, wenn ich ein Seminar digitalisieren will?

Die erste Frage, die hier beantwortet werden sollte ist: soll das Seminar live von Teilnehmern gebucht werden, oder soll es abrufbar über eine Plattform wie ein Lernmanagementsystem oder eine Videoplattform wie Vimeo sein.

Dann muß entschieden werden: soll der Referent gesehen werden oder nicht und hat er viel zum Beispiel an einer Tafel zu präsentieren oder reicht eine Powerpoint oder will er gar mit den Teilnehmern kollaborativ arbeiten. Wenn er an einer Tafel etwas zeigen möchte, macht es Sinn den Beitrag Abrufbar über eine Videoplattform zu machen. Dann wird der Referent gefilmt, gleichzeitig der Tafelanschrieb gefilmt oder fotografiert und anschließend beides zu einem einzelnen Film zusammenmontiert. Wird der Referent lediglich einen Powerpointvortrag halten reicht ein Videokonferenzsystem. Und wenn er mit den Teilnehmern arbeiten möchte, empfehle ich ein virtuelles Klassenzimmer, bei denen entsprechend einfach auf kollaboratieve Werkzeuge zurückgegriffen werden kann. Nach Ostern wird hier das Kompetenzzentrum digitales Lernen sowohl didaktische Tips als auch die technische Unterstützung hierzu liefern.

Wo finde ich nun schnelle Hilfe, wenn ich Antworten auf technische oder didaktische Fragen brauche?

Im folgenden nun ein paar Links zu den oben beschrieben Themen:

Das Kompetenzzentrum Digitales Lernen wird hier zu finden sein: https://digitales-lernen-kirche.de

Sehr gute Inhalte zum Thema Videokonferenzen hat der Blog der evangelischen Kirche in Hessen-Nassau: https://erwachsenenbildung-ekhn.blog

Über die EAEW wird es bald kurz-live-online-Trainings geben zum Thema Technik und Moderation bei Zoom-Konferenzen. www.eaew.de

Und als es noch Fragen gibt, gerne bei mir über das Kontaktformular melden.


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